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Sonntag
Da ist er wieder dieser Sonntagmorgen
ängstlich wache ich auf und schaue mich um
gerne würde ich mich verkrichen
nur nicht Mittag werden und wieder fort
wie hasse ich sie diese Sonntagsbesuche
ich schleiche zum Früstückstisch
der Hals ist wie zugeschnürt mir ist schlecht
ich blicke kaum hoch und hoffe das es bald vorbei ist
es wird Mittag und welch ein Schreck
einsteigen ins Auto
alles in mir schreit NEIN! NEIN! NEIN!
ich will fliehen doch wohin
die Erwachsenen sind doch viel stärker
und los geht die Fahrt dahin wo ich nicht hin will
ich werde immer kleiner auf dem Rücksitz
und wünsche mich weit weg
warum kommt jetzt keiner und befreit mich
mir ist schlecht ich muß mich übergeben
doch das hält sie nicht ab weiterzufahren
ängstlich sehe ich das wir angekommen sind
ich blicke umher wie ein scheues Reh
wo ist er wann kommt er
alles in mir ist erstarrt
ich reagiere automatisch
da , da er kommt
hilft mir den keiner
ich bin doch noch so klein
das darf er nicht ich möchte fliehen
Gott wo bist du nur
kannst du mir nicht helfen
da ist er sein Atem ich riche in
ich kann nicht weglaufen er hält mich fest
jetzt ist er nicht mehr mein Onkel
sondern eine Bestie
er umklammert mich ich komm nicht los
wie hasse ich seine Stimme
wen er sagt: es ist keiner da, keiner glaubt Dir
alle werden sie sagen das du lügst
er grinst und lacht
er spürt meine Angst und das gefällt ihm
mein Körper wird ganz starr
ich stehe neben ihm ich will diesen Körper nicht spüren
ich sehe was er alles tut und bin tot
innerlich gestorben
es gibt kein entrinnen
da endlich ist er fertig und er läßt mich stehn
ich fühle mich beschmutzt und dreckig
aber eins ist gewieß
wieder ist der Sonntagnachmittag vorbei
bis zum nächsten Sonntag
kein entrinnen kein entfliehn
Gott wo bist du ruft es ihn mir
doch schweigen nichts als schweigen
ängstlich, eingeschüchtert , mutlos
bis zum nächsten Sonntag
die Sonne ist untergegangen
und Wärme in mir gibts nicht mehr
Warum? Warum? Wiso ich???
copyright Child-of-God 2005
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