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Die Gefahr droht häufig nicht von außen.
Das noch immer weit verbreitete Vorurteil, Kinder würden durch Fremde missbraucht, trifft (ausgenommen bei exhibitionistischen Straftaten, die meist von Fremden verübt werden) nur in ungefähr einem Drittel der Fälle zu. Sexueller Missbrauch findet ganz überwiegend im sozialen Nahraum der Kinder statt, d. h. im näheren Verwandten- und Bekanntenkreis, möglicherweise sogar durch den eigenen Vater. Je näher aber der Täter dem Kind steht und je abhängiger das Kind somit von ihm ist, umso intensiver ist der Missbrauch und umso länger dauert er meist. Fast immer handelt es sich um Wiederholungstaten, die oft über Jahre hinweg verübt werden.
Wie kommt es zu sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche?
Die Ursachen für gewalttätiges Verhalten sind vielfältig. Gewalt, auch innerfamiliäre Gewalt ist ein sehr komplexes Phänomen, das wissenschaftlich noch wenig untersucht wurde. Allgemein gültige Aussagen über Ursachen der Tat und Motivation des Täters sind nach derzeitigem Wissensstand nicht möglich. Sexueller Missbrauch findet in allen sozialen Schichten statt. Die Täter gehören allen Altersstufen an. Sie führen meist ein "unauffälliges" Leben und lassen sich keineswegs durch Aussehen oder Verhalten in der Öffentlichkeit von anderen unterscheiden. Dem Täter geht es meist um die Ausübung von Macht und nur selten um die Durchsetzung sexueller Wünsche. Er nutzt die Abhängigkeit des Kindes aus und missbraucht dessen Vertrauen, um sich selbst ein Gefühl von Macht und Stärke zu verschaffen. Schwierige familiäre und soziale Verhältnisse können Missbrauchshandlungen fördern, gehören aber nicht zu den Hauptursachen. Sie sind keine Rechtfertigung dafür, sich an Kindern und Jugendlichen zu vergreifen. Im Gegensatz zu anderen Straftaten ist bei sexuellem Missbrauch eine Weit höhere Rückfallgefahr gegeben.
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