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Die Entstehung einer multiplen Persönlichkeit
Geraten Menschen in Extremsituationen, entsteht eine Art Reizüberflutung im Gehirn, ein Ausweg ist erforderlich. Menschen, die in der Lage sind gut dissoziieren zu können, dass heißt, die in der Lage sind, zusammengehörige Dinge im Bewusstsein voneinander zu trennen, finden hier seelisch ihre Rettung aus der fatalen Situation. Sie trennen das reale Geschehen von ihrem Bewusstsein ab und "denken" sich in eine andere Situation; somit scheint sie nicht wirklich zu existieren. Ist diese Trennung nicht mehr rückgängig zu machen, entstehen Erinnerungslücken, sogenannte amnestische Barrieren (vgl. Michaela Huber, 1995, 46).
Die Dissoziation entsteht dadurch, dass die Informationsüberleitung im Gehirn in einer besonders bedrohlichen Situation nicht mehr funktioniert. Das bedeutet, dass bestimmte Hirnregionen zum Schutz des Individuums nicht mehr arbeiten. Aufgrund des Ereignisses ist es für die betroffene Person besser, sich nicht daran zu erinnern, weil das Erlebte als zu belastend empfunden wird. Leider funktioniert das nicht immer vollständig, so dass es zu Flashs kommen kann. Flashs sind plötzlich einschießende Erinnerungen an die ursprüngliche Belastungssituation, die den/die Betroffene/n immer wieder an das stattgefundene Geschehen erinnern können.
Aufgrund der Dissoziation entstehen Erinnerungslücken für die dissoziierende Person, die auch als Gastgeberpersönlichkeit ("Host") bezeichnet wird und den Großteil des "normalen Alltags" bestreitet.
Die Bewältigungsmodalität des Traumas - sprich, die neu entstandene Persönlichkeit (genannt Alter) - bleibt aber im Gehirn erhalten und kann, bei Bedarf, in einer ähnlichen Situation wieder angesprochen werden.
Es kann, insbesondere in der Therapie, hilfreich sein, die bewährten Überlebensmuster wieder herzustellen und anzusprechen. Es wird aber als sehr belastend empfunden, wenn diese traumaauslösenden Übererregungszustände wieder hergestellt werden. Dies kann z.B. durch sogenannte "Trigger' erfolgen. Trigger sind Auslösereize, die einen bestimmten Zustand (in diesem Fall Angst, Panik, Schweißausbrüche, Schmerzen usw.) wieder herstellen und mit dem Auslösetrauma unmittelbar in Verbindung stehen, aber in diesem Moment nicht real geschehen.
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