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Kinderprostitution - ein Geschäft im Dunkeln
Der Massentourismus hat auch dazu geführt, dass immer mehr Kinderprostituierte auch von Reisenden sexuell missbraucht werden. Dabei geht der Trend zu immer jüngeren Kindern. Bis heute können sich Touristen, die im Ausland Kinder missbrauchen, in ihrer Heimat relativ sicher sein. Zwar haben in den letzten Jahren 21 Staaten exterritoriale Gesetze erlassen, die es der Justiz ermöglichen, Straftaten zu ahnden, die im Ausland begangen wurden, aber in der Praxis sind erst sehr weniger solcher Fälle wirklich verhandelt worden. Touristen machen aber nur einen Bruchteil der Kunden aus, die Kinder in Asien oder Lateinamerika sexuell missbrauchen. Die meisten Täter sind Einheimische.
Obwohl in den 90-er Jahren das Bewusstsein für die sexuelle Ausbeutung von Kindern geschärft wurde, boomt das Milliarden-Geschäft mit den Kindern weiter. Ausgebeutet werden vor allem Mädchen zwischen 14 und 18 Jahren, aber auch Jungen und jüngere Kinder.
Allein in Thailand wird im Sex-Geschäft laut Internationaler Arbeitsorganisation (ILO) zwischen 14 und 16 Prozent des Bruttoinlandprodukts erwirtschaftet, davon ein großer Teil von Minderjährigen. Die Nachfrage nach Kinderprostituierten steigt auch, weil viele Kunden offenbar glauben, diese seien seltener mit dem HIV-Virus infiziert. Dabei stecken sich gerade Heranwachsende leichter an, denn sie sind anfälliger für Verletzungen und können kaum den Gebrauch eines Kondoms durchsetzen. Befragungen in Asien zeigen, dass dort etwa die Hälfte der Minderjährigen Prostituierten HIV-positiv ist. Kinderprostituierte leben meist unter erbärmlichen Umständen, sie sind ihren Zuhältern wehrlos ausgeliefert, bekommen oft nicht genug zu essen und keine medizinische Versorgung. Wenn sie krank werden, holen sich die Bordellbesitzer eben neue Opfer.
(c) www.unicef.at
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